Claudia Pechstein reloaded

Im Nachklapp: Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) hält Claudia Pechstein in Sachen Blutdoping für unschuldig. Wer wollte, hätte angesichts der verfügbaren Informationen schon im Sommer 2009 skeptisch sein können, siehe diesen Blog-Beitrag. Absolute Sicherheit wird es nie geben, und es gibt sie auch jetzt noch nicht. Tatsache ist aber, dass hier – ohne dass ein Journalist letzte Sicherheit hätte haben können – eine Karriere ruiniert wurde. Es gehört zum Wesen indirekter Nachweise, dass es sich um Indizienprozesse handelt. Die Frage ist, wie sich die damit verbundene Unsicherheit dann in der medialen Berichterstattung widerspiegelt.

Man kann es durchaus für korrekt halten, die Athletin auf Basis der damals vorliegenden Daten und Erkenntnisse zu sperren. Man darf allerdings nicht sagen, sie sei des Dopings überführt worden. Das war sie im Sommer 2009 nicht. Und das ist sie jetzt noch einmal etwas weniger. Natürlich ist auch die DGHO nicht der Heilige Stuhl. Genausowenig wie ein Indizienbeweis Doping zweifelsfrei belegen kann, hat die DGHO mit ihren Ausführungen das Doping zweifelsfrei widerlegt. “Man kann auch Läuse und Flöhe haben”, wie Mediziner gerne sagen. Letztlich läuft alles auf die Frage der Angemessenheit einer Strafe hinaus: Wo Zweifel sind, muss sich das im Strafmaß widerspiegeln. Zwei Jahre Sperrung ist viel für Sportkarrieren, die nur ein paar Jahre dauern.

Die kompletten Unterlagen zu der PK finden sich bei Jens Weinreich.

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